Das wichtigste Gut eines Unternehmens sind die Mitarbeitenden. Trotzdem bekommt das HR in Unternehmen oftmals nicht die Wichtigkeit zugesprochen, die es verdient. So kommt es vor, dass sich die HR-Abteilung auf ausführende Tätigkeiten beschränkt und intern nicht wahrgenommen wird. Doch was können Sie tun, um das HR-Team intern zu positionieren? Im JobCloud-Webinar zeigte Self-Branding-Expertin Petra Wüst, wie Sie vorgehen können, um sichtbarer und relevanter zu werden. Hier eine Zusammenfassung sowie die Möglichkeit, sich die Webinar-Aufzeichnung kostenlos anzusehen.
Rebekka Hänggi: Was versteht man unter Self Branding?
Self Branding bezeichnet das Gestalten der eigenen Marke. Dabei stehen zwei Elemente im Fokus. Einerseits der Blick nach innen: Wer bin ich und wie nehme ich mich selbst wahr? Andererseits der Blick nach aussen und wie ich mich positionieren möchte. Hier spielen der Kommunikationsaspekt und das Selbstmarketing eine zentrale Rolle.
Warum ist es grundsätzlich wichtig, sich selbst zu positionieren?
Arbeit und Leistung entfalten ohne Sichtbarkeit eine deutlich geringere Wirkung. Der eigene Ruf setzt sich aus Expertise und Sichtbarkeit zusammen. Ohne Sichtbarkeit und ohne aufzuzeigen, was man kann, nützt auch die grösste Expertise nichts. Wenn andere nicht wissen, was man tut, werden sie nicht auf einen zukommen, um Unterstützung zu erhalten. Durch Self Branding lässt sich mehr Wirkung erzielen und die eigene Positionierung stärken – wovon im Endeffekt auch das Unternehmen profitiert.
Wieso sollte sich das HR-Team intern speziell positionieren?
Das HR ist oft im Hintergrund tätig und hat zudem Aufgaben, die sich nicht immer einfach kommunizieren lassen. Viele andere Abteilungen können oft einfacher wahrgenommen werden, weil ihre Leistungen sichtbarer und messbarer sind. Daher ist es für die HR-Abteilung häufig deutlich schwieriger, sich zu positionieren.
HR-Teams möchten jedoch in der Regel nicht als administrative Dienstleister wahrgenommen werden, sondern als strategische Partner. Ohne Self Branding und proaktive Tätigkeiten stellt sich diese Wahrnehmung meist nicht ein. In der Folge werden HR-Teams bei wichtigen Diskussionen nicht oder zu spät involviert. Durch gezieltes Branding soll der echte Mehrwert von HR-Teams sichtbar gemacht werden.
Wie kann HR-Branding in der Praxis funktionieren? Was sind die Ebenen der HR-Marke? Was ist Ihr Self-Branding-Modell?
Es gibt drei Ebenen im Branding: Personal Branding, Team Branding und Employer Branding. Jede dieser Stufen hat zwei Seiten. Einerseits den Blick nach innen, andererseits die Wirkung nach aussen.
Im Self-Branding-Modell steht beim Blick nach innen die Markenidentität im Fokus. Dabei geht es darum zu definieren, welche Stärken das Team hat. Zudem ist es wichtig, Emotionen zu wecken, um Vertrauen zu schaffen.
Das Markenleitbild hingegen beschreibt den Blick nach aussen. Ziel ist es, top of mind zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es ein Netzwerk, und Beziehungen müssen gepflegt werden. Zudem gilt es, Leistungen aufzuzeigen und Verhaltensregeln zu definieren, um eine gewünschte Wahrnehmung zu erreichen.
Letztlich wird die Marke in der Markenkommunikation nach aussen getragen – etwa durch Geschichten oder durch ein bestimmtes gemeinsames Auftreten, das aufzeigt, wer wir sind und was uns auszeichnet.
Weitere Tipps zur HR-Marke, zur Stärkung der internen Wirkung sowie Quick Wins & Antworten auf Fragen der Teilnehmenden erhalten Sie in der Webinar-Aufzeichnung.
Petra Wüst leitet das Unternehmen Wüst Consulting GmbH in Basel und ist seit über 20 Jahren auf Personal Branding und Selbstmarketing spezialisiert, um für mehr Wertschätzung im Job zu sorgen. Sie ist Coach, Trainerin und Keynote-Speakerin, führt regelmässig Workshops durch und hat mehrere Fachbücher zu diesem Thema veröffentlicht.






