Während viele Unternehmen über die Generation Z sprechen, wächst bereits die nächste Generation heran: die Generation Alpha. Sie wird die Arbeitswelt, Rekrutierung und Führung in den kommenden Jahren neu gestalten. In einem JobCloud-Webinar erläutert Fabio Blasi, Leiter Sourcing & Employer Branding beim Kantonsspital Aarau, welche Entwicklungen mit der nächsten Generation auf uns zukommen und wie sich Unternehmen darauf vorbereiten sollten.
JobCloud: Aktuell sprechen viele Unternehmen vor allem über die Generation Z. Warum sollten sich HR-Verantwortliche schon heute auch mit der Generation Alpha beschäftigen?
Fabio Blasi: Auf die Gen Z folgt die Generation Alpha, also die Jahrgänge 2010 bis 2024. Die ältesten Vertreter:innen dieser Generation besuchen bereits das Gymnasium, absolvieren eine Lehre bzw. ein Praktikum oder befinden sich in der beruflichen Orientierung. Es sind also die aktuellen Berufseinsteiger:innen. Diese Generation jetzt zu verstehen, ist für ein nachhaltiges und zukunftsgerichtetes Sourcing und Employer Branding ein Wettbewerbsvorteil.
Wie tickt die Generation Alpha?
Die Generation Alpha hat viele Ähnlichkeiten mit der Generation Z. Dazu gehören eine hohe Digitalisierungsaffinität, eine Prädisposition für New Work, ein frühes Verständnis für den Umgang mit sozialen Medien sowie eine Life Balance, die zunehmend an die Stelle der Work-Life-Balance tritt. Entscheidend ist, dass Unternehmen ihre Talente frühzeitig verstehen, um effektiveres und effizienteres Personalmarketing zu betreiben.
Welche Stärken oder Fähigkeiten könnten Vertreter:innen der Generation Alpha in die Arbeitswelt mitbringen?
Für die Generation Alpha sind Smartphones, Digitalisierung und auch KI zentrale Lebensbestandteile. Sie wachsen von Beginn an mit einer Fülle schnelllebiger Informationen auf. Dabei müssen Inhalte rasch gefiltert und verstanden werden. Das führt dazu, dass viele Vertreter:innen der Generation Alpha in kurzer Zeit unterschiedliche Lösungsansätze evaluieren können – was für Unternehmen von Vorteil sein kann.
Wo siehst du mögliche Herausforderungen für Unternehmen, wenn diese Generation in den Arbeitsmarkt eintritt?
Jede neue Generation wächst tendenziell in einem wohlhabenderen Umfeld auf. Das heisst, Arbeit muss weit mehr sein als nur ein finanzieller Anreiz. Unternehmen müssen daher herausfinden, wie sie diese Generation über den Faktor Geld hinaus ansprechen können. Eine weitere Herausforderung, aber auch eine Chance sind dabei intergenerative Arbeitsmodelle
Was bedeutet Generation Alpha konkret für Recruiting und Employer Branding?
Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit sind für die Generation Alpha sehr wichtig. Sie erwartet, dass sich potenzielle Arbeitgeber damit auseinandersetzen. Zudem möchten junge Menschen mitreden und in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die Kommunikation wird künftig vermehrt über soziale Medien, Chats, Messenger oder beispielsweise über Telegram oder Snapchat stattfinden.
Zudem ist die Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen eine wichtige Voraussetzung. Die Sinnstiftung bei der Arbeit ist in Branchen wie dem Gesundheitswesen ein zentraler Motivationsfaktor für die Berufswahl. Junge Talente erwarten aber auch Karrieremöglichkeiten und Arbeitgeber, die in moderne Technologien investieren.
Hast du abschliessende Tipps?
Pauschalisierungen von Generationen sind schwierig, denn jeder Mensch ist einzigartig. Dennoch ist es wichtig, in das Verständnis von Generationen zu investieren. Unternehmen sollten intergenerativ und nicht in Silos denken. Teams sollten bewusst durchmischt werden. Versuchen Sie, Ihre Personalstrategie so zu gestalten, dass junge Generationen aktiv integriert werden.
Erhalten Sie weitere Inputs des Experten und sehen Sie sich die Antworten auf die Fragen der Teilnehmenden an





