Talent Management im digitalen Zeitraum: Optimierung des Human Capital und Jobsharing

2 Händen, die etwas auf ein Blatt schreiben

Die Sharing Economy und die Veränderungen der digitalen Welt zwingen uns, unsere Arbeitsumgebung neu zu erfinden und anzupassen. Work Smart, Arbeit 4.0, Home Office, Job und Top Sharing, Crowd Working – der Arbeitsmarkt ist in konstanter Wandel. Zur Schaffung attraktiver und effizienter Arbeitsformen, die den Erwartungen der jungen Generationen entsprechen, sind Kreativität und neue Organisationsstrukturen erforderlich. Es wird zur wichtigsten Herausforderung im Recruitment, im Rahmen von Talent Acquisition die besten Talente ausfindig zu machen und im Unternehmen zu behalten. Job und Top Sharing sind dafür besonders interessante Lösungsansätze.

Digitale Revolution im Human Capital Management

Die digitale Revolution ist einer der wichtigsten Meilensteine seit der Industrialisierung. Sie fordert die Menschheit dazu auf, nicht nur die Beziehung zu den Maschinen und zur Vollautomatisierung, sondern auch die Arbeitsweise in einer Welt der konstanten Veränderung zu überdenken – dies über alle Generationen hinweg. Egal ob bei Babyboomern, die nach und nach den Arbeitsmarkt verlassen und ihr Know-how weitergeben möchten, oder auch bei jüngeren Generationen, die besonders gewandt in der digitalen Welt sind. Darunter fällt die Generation X mit Menschen, die heute grosse Abteilungen leiten und sich zwischen Reformen und traditionellen Strukturen bewegen, aber auch die Generationen Y und Z, die mit der digitalen Revolution aufgewachsen sind und nach Werten wie Freiheit, Kreativität und Work-Life-Balance streben.
Diese Generation fühlen sich flexiblen Arbeitsformen besonders hingezogen. Sie sind in einer voll und ganz virtuellen Welt aufgewachsen und oft schon zum Teil in der so genannten Sharing Economy aktiv. Sie streben nach einer horizontaleren Arbeitsorganisation, nach einer Teilung von gemeinnützigen Räumlichkeiten und nach und nach der Mitgestaltung in Netzwerken oder Gemeinschaften von Personen im peer to peer Prinzip.

Das Know-how von Experten im Talent Management optimieren

Der Gender-Vergleich ergibt, dass 59% der Frauen heute in der Schweiz in Teilzeit arbeiten. Bei den Männern sind dies nur 17% (Aktive Erwerbstätige, BFS 2016). Dieser Unterschied zwischen den zwei Geschlechtern gehört zu den höchsten in der Welt und ist umso überraschender, als es heute immer weniger Ungleichheiten in Bezug auf das Geschlecht im Ausbildungsniveau gibt.
Seit mehr als 20 Jahren verbessert sich das Ausbildungsniveau der Frauen beträchtlich, sodass heute mehr Frauen in Besitz einer Maturität sind als Männer. In einigen Ausbildungsbereichen, die früher eine feste Männer-Domäne waren, sind heute Frauen in der Mehrzahl (etwa bei Ärztinnen, Lehrerinnen und Juristinnen). Diese Realität wird derzeit jedoch nicht in der Berufswelt reflektiert.
Im Europa-Vergleich zählt die Schweizer Wirtschaft heute wenig Frauen in Schlüsselpositionen (nur 8% in der Geschäftsleitung und 17% im Verwaltungsrat). Es gibt jedoch eine grössere Geschlechtermischung beim Management und den Verwaltungsräten der Behörden und so sollte die Privatwirtschaft in der Schweiz diesem Beispiel folgen, um anderen Ländern Europas (siehe schillingreport 2017) nachkommen zu können.
Dank Jobsharing-Modell können heute mehr Frauen Karriere machen und mit einer flexiblen Arbeitsform Berufs- und Privatleben besser in Einklang bringen.

Jobsharing – neue Modelle und Prozesse zwischen Teilzeit und Vollzeit

Jobsharing ist kein neues Konzept. Es wurde das erste Mal 1977 in den Vereinigten Staaten in der Literatur erwähnt und freut sich heute dank des digitalen Zeitalters eines neuen Aufschwungs. Die Informationstechnologien ermöglichen es, den Kommunikationsfluss zwischen Job Sharern zu optimieren, was für ein Management der Projekte und Aufgaben unerlässlich ist. Schnelle und gemeinsame Entscheidungen können die Produktivität steigern. Die Partner im Duo sind für ihre Aufgaben co-verantwortlich und teilen sich eine Stelle entweder auf einem gemeinsamen Arbeitsplatz oder auch an verschiedenen Orten und sind dabei ständig in Kontakt.
Dieses Arbeitsmodell ist für sämtliche Generationen und für beide Geschlechter interessant. Arbeitgebern bietet eine neue Möglichkeit, bei dem das Jobsharing-Duo eine Vollzeitstelle wahrnimmt (einer der beiden Partner ist die ganze Woche anwesend) und die zwei Arbeitnehmer weiterhin in Teilzeit (zwischen 50 und 70%) arbeiten können. Dabei profitiert der Arbeitgeber vom Know-how zweier Personen anstelle von einer und einer Anwesenheit von 100% im Unternehmen. Die Fähigkeiten können dank der Erfahrung und der persönlichen Qualitäten der zwei Partner kumuliert werden, was auch die Produktivität fördert. Auch Entscheidungen können aufgrund des Austauschs der Partner oder des doppelten Netzwerks schneller getroffen werden (siehe Testimonial Movies auf www.go-for-jobsharing.ch).
Auch für Angestellte ergeben sich Vorteile, wie ein leichterer Zugang zu Stellen mit Verantwortung, eine grössere Palette an beruflichen Möglichkeiten und ein besserer Einklang zwischen Berufsleben und Freizeit.

Talent Management durch Talentebindung optimieren

Um Talente im Unternehmen zu behalten und so konkurrenzfähig zu bleiben, nutzen bereits viele Arbeitgeber Jobsharing-Modelle. Die Talentebindung und das Talent Management sind ein wichtiges Thema für HR-Experten und die Geschäftsleitung. Es passiert immer wieder, dass etwa eine hochqualifizierte Frau nach zehn Jahren dem Unternehmen verloren geht, da sie ein Kind erwartet und ihr Arbeitspensum verringern möchte, das Unternehmen jedoch keine Stelle mit Fachverantwortung in Teilzeit anbietet. Genau in solchen Fällen sind Job oder Top Sharing eine besonders interessante Lösungsmöglichkeit (siehe Testimonials von PTO bei IWB und Swisscom sowie von CHUV im medizinischen Bereich, der sich immer mehr für dieses flexible Arbeitsmodell interessiert.
Jobsharing ist jedoch nicht für alle geeignet und erfordert kläre Bedingungen: Flexibilität, Grosszügigkeit, berufliches Engagement, Bereitschaft zum Dialog, Aufgabenteilung und Vertrauen dem Partner gegenüber. Ausserdem sind im Sinne einer gemeinsamen Vision gemeinsame Werte unbedingt notwendig.
Haben Sie Interesse am Jobsharing? Ich bin Mitorganisatorin des INTERNATIONALEN KOLLOQUIUM der PTO zu Job und Topsharing, Slash Careers and Work Smart, das am 6. November 2017 im Novartis Campus in Basel stattfindet. In diesem Kolloquium werden ungefähr 35 Experten und Speaker der Privatwirtschaft und des öffentlichen Sektors aus 10 Ländern zusammentreffen. Mehrere interaktive Panels sorgen für einen interaktiven Austausch über die flexiblen Arbeitsmodelle und am Ende des Kolloquiums steht ein professionelles Speeddating auf dem Programm.
Irenka Krone-Germann ist Mitbegründerin und Geschäftsführerin des Vereins PTO, der die Initiative Go-for-jobsharing.ch gegründet hat. Ausserdem ist sie Mitbegründerin der ersten Match Making Plattform von professionellen Jobsharing-Partnern (wejobshare.ch). Zusätzlich arbeitet Irenka Krone-Germann als Programmverantwortliche für die internationale Zusammenarbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Dr. Oec., I.Krone ist Autorin des Buchs „Part Time Employment in Switzerland Relevance Impact and Challenges“ und ist co-Verfasserin des Sammelbandes „Partage d’emploi – job sharing“.

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