Blog > Stopp dem Lagerverkauf im Personalmarketing
,

Stopp dem Lagerverkauf im Personalmarketing

Empty room as backdropLiebe Leserinnen und Leser, vielleicht erinnern Sie sich: Vor etwas mehr als einem Monat habe ich auf diesem Blog meine ganz persönliche Verbotsliste für gutes Personalmarketing lanciert. Nachdem Sie meinen Ratschlag – ein selbstauferlegtes Verbot für alle Personaler, selber Stellenanzeigen zu texten – ganz offensichtlich zigtausendfach nicht befolgt haben, dopple ich nun halt mit einer wirklich einfachen Übung nach. Bitte schicken Sie Ihre „Musterfotos“ dorthin, wo Sie diese allenfalls her haben: ins miefige, kalte und graue Lager.

Lagerverkauf
Lagerverkauf. Bitte lassen Sie sich das Wort einmal auf der Zunge vergehen. L-a-g-e-r-v-e-r-k-a-u-f. Und, welche neurologischen Schwingungen löst dieses Wort in Ihrem Kopf aus? Vielleicht ähnliche wie bei mir: Gedränge. Wühltische. Ein Duftmix aus Schweiss, zu wenig gewechselten rauchigen Kleidern, billigem Deo und Karton. Einspruch? Nein? Gut. Also, und in so einem Ambiente wollen Sie Ihre wunderschönen Jobs an die Frau oder an den Mann bringen? Natürlich nicht, und genau darum setze ich heute die Stockfotos auf die Personalmarketing-Verbotsliste.

Stockfotos sind Schockfotos
Nur schon der Name löst Gänsehaut aus: Lagerfotos. Man denkt, zurecht, an Massenware, an Ramsch. An Liegengebliebenes aus den Lagerregalen der grossen Fotohändler.

Sie alle kennen sie, diese Dauergrinser, die Ihnen aus Stelleninseraten und von Karriere-Webseiten entgegensmilen. Die Zähne weiss wie… wie Schnee. Oder noch weisser, fotoshopschneeweiss. Die Krawatte sitzt perfekt, Windsorknoten vom Feinsten, das Deux-Pièces auch, Rocklänge korrekt eine handbreit über dem Knie. Meist ist es eine Gruppe von dümmlich Lächelnden (was haben die bloss eingeworfen?), sie stehen adrett aufgereiht, Männlein und Weiblein bunt gemischt, ein Asiate oder eine Schwarze lockert das in weiss-hellblau getünchte Bild auf, schliesslich ist man ja Tschender. Es ist kaum zu glauben, aber offenbar glauben noch immer Personaler, sie müssten mit billig eingekauften Musterfotos belegen, dass es in ihren Stellenanzeigen um etwas geht, das mit Menschen zu tun hat. Was für eine Überraschung, welch Sensation.

Ich bitte Sie, gehen Sie nicht in den Lagerverkauf. Setzen Sie auf Handmade, auf den sympathischen Fachhändler in ihrer Hosentasche. Der heisst Sony, HTC, Samsung, iPhone oder wie auch immer und ermöglicht es Ihnen, gratis sympathische ausdrucksstarke und authentische Fotos zu machen. Versuchen Sie es, fangen Sie an. Heute noch, ersetzen Sie die langweiligen Puppen durch richtige Menschen, durch Ihre Mitarbeitenden. Ich verspreche Ihnen, das ist gar nicht so schwierig. Ach was, es ist die einfachste Sache der Welt. Einfach fragen, Klick, und es kehrt Leben in Ihre Bude bzw. natürlich in Ihre Karriere-Webseite und die Stelleninserate.

Richtige und wohltuend normale, authentische Menschen finden Sie zum Beispiel bei den Elektrizitätswerken der Stadt Zürich oder bei dieser im wahrsten Sinne des Wortes spannenden Agentur.

Ähnliche Beiträge

Corporate Social Responsibility – echte Verantwortung oder nur ein Phänomen?
Mehr Beachtung Ihres Firmenportraits dank Company Labels