Webinar: Recruiting Insights – Was Kandidat:innen von einem Arbeitgeber erwarten

Webinar Recruiting-Insights

Die Erwartungen von Kandidatinnen und Kandidaten haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Was ist ihnen heute besonders wichtig? Wie können Unternehmen ihren Recruiting-Prozess so gestalten, dass sie die passenden Talente gewinnen? Welche Faktoren im Wettbewerb um Talente machen den Unterschied? In einem JobCloud Webinar zeigt Dan Heiter, Head of Corporate HR bei der ROSEN Group, wie das in der Praxis gelingt und gibt konkrete Tipps. Hier eine Zusammenfassung und das gesamte Webinar als Download.

Ajten Asipi: Wo haben sich Erwartungen von Kandidat:innen in den letzten Jahren am stärksten verändert?

Dan Heiter: Kandidat:innen wünschen sich vor allem sinnstiftende Aufgaben, bei denen sie ihre eigenen Ideen einbringen können. Auch der Arbeitsweg spielt eine wichtige Rolle, insbesondere wie er möglichst nachhaltig zurückgelegt werden kann. Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, ist heute ein Muss. Talente wünschen sich zudem vermehrt Arbeitgeber mit flachen Hierarchien, bei denen sie etwas bewegen und erreichen können.

Was unterschätzen Unternehmen heute am häufigsten, wenn es darum geht, Talente zu gewinnen?

Besonders bei jüngeren Bewerbenden geht alles sehr schnell. Dementsprechend schnell sollten Arbeitgeber handeln. Zudem ist ein attraktiver Standort ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die monetäre Entschädigung ist nicht alles, aber bleibt trotzdem wichtig. Insgesamt geht es um das Gesamtpaket, wobei Sozialleistungen und Fringe Benefits auch von jüngeren Generationen geschätzt werden.

Was sind die drei wichtigsten Faktoren, die Kandidat:innen heute von einem Arbeitgeber erwarten?

Ein wichtiger Faktor sind Flexibilität und Work-Life-Balance. Dazu gehören beispielsweise hybride Arbeitszeitmodelle, Vertrauen statt reiner Präsenz sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Auch die Unternehmenskultur ist von grosser Bedeutung. Kandidat:innen achten darauf, wie glaubwürdig die Führung ist und wie sehr Diversität und Wertschätzung gelebt sowie Vertrauen entgegengebracht wird. Der dritte Faktor sind Entwicklungsmöglichkeiten: Talente möchten sich persönlich und beruflich weiterentwickeln können.

Wann entscheidet eine Person, dass ein Unternehmen interessant für sie ist?

Zum einen findet ein Fit oft innerhalb der ersten Minuten auf der nonverbalen Ebene statt. Es entwickelt sich ein Gefühl dafür, ob die Chemie mit dem/der potenziellen Vorgesetzten stimmt. Zum anderen entscheiden die Aufgabenstellung und die Möglichkeiten, die sich für das Talent im Unternehmen bieten.

Wo verlieren Unternehmen heute am häufigsten gute Kandidat:innen im Rekrutierungsprozess?

Am häufigsten unterschätzen Unternehmen die Bedeutung der Geschwindigkeit im Rekrutierungsprozess. Ich stelle immer wieder fest, dass zu komplexe Rekrutierungsprozesse mit vielen einzelnen Teilschritten ein Problem darstellen. Hier fehlt es manchmal an einer gewissen Lockerheit. Am Ende des Tages geht es darum, eine:n Kolleg:in für das Team zu finden, weshalb auch der Faktor Spass nicht vergessen werden sollte.

Welche Fehler im Recruiting erleben Kandidat:innen immer wieder?

HR-Abteilungen vermitteln immer wieder das Gefühl, dass die Rekrutierung für sie keine Priorität hat. Talente sollten jedoch spüren, dass sich das Unternehmen wirklich für sie engagiert und sie um Talente «kämpfen».

Blicken wir nun in die Zukunft. Wie wird KI das Recruiting in den nächsten Jahren verändern?

Ich glaube, es wird zu sehr starken Veränderungen kommen. Die Dynamik und Geschwindigkeit werden nochmals zunehmen, die Prozesse werden schlanker werden und gewisse repetitive Aufgaben werden automatisiert. Der Faktor Mensch darf jedoch auch in Zukunft nicht vergessen werden. Im Endeffekt sollen Menschen die Entscheidungen fällen.

Welche Fähigkeit werden Recruiter in Zukunft brauchen, um erfolgreich zu bleiben?

Gerade mit KI wird Empathie zu einem immer wichtigeren Faktor, um die richtigen Mitarbeitenden zu gewinnen. Dabei sollten Rekrutierende den Kandidaten bzw. die Kandidatin mit den jeweiligen Bedürfnissen «spüren».

Welche drei Massnahmen können HR-Teams sofort umsetzen, um attraktiver für Kandidat:innen zu werden?

Locker und offen sein, denn das schafft Vertrauen und baut ein gutes Vertrauensverhältnis auf. Arbeitgeber sollten regelmässig ihre Anstellungsbedingungen überprüfen, um sicherzustellen, dass diese noch zeitgemäss sind. Zudem sollte transparent kommuniziert werden, warum eine Position neu besetzt wird und welche Anforderungen und Bedürfnisse damit verbunden sind.

Wie wichtig sind Lohn und Benefits? Und die Unternehmenskultur? Welche Chancen und Risiken birgt KI? Antworten auf diese Fragen sowie auf jene der Teilnehmenden finden Sie in der Webinar-Aufzeichnung.

Dan Heiter ist Head of Corporate HR bei der ROSEN Group und bereits seit 27 Jahren in der HR-Welt tätig. Dort hat er sämtliche Stationen durchlebt und kennt die Bedürfnisse der Talente sowie die Herausforderungen für Arbeitgeber besonders gut.

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