Ein Jahresauftakt im Zeichen fortgesetzter Abkühlung
Das erste Quartal 2026 knüpft nahtlos an die Entwicklungen des Vorjahres an: Der Schweizer Arbeitsmarkt bleibt unter Druck, ohne jedoch in eine scharfe Krise zu kippen. Nach einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts im dritten Quartal 2025 stabilisierte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zum Jahresende mit einem leichten Wachstum von 0,2 % im 4. Quartal 2025. Neben dem weiterhin hoch bewerteten Franken und der der gedämpften internationalen Nachfrage belasten seit Ende Februar 2026 auch gestiegene Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten die Aussichten.
Diese Rahmenbedingungen zeigen sich klar in den Arbeitsmarktzahlen. Gemäss SECO lag die Arbeitslosenquote im Januar und Februar 2026 bei 3,2 % und sank im März saisonal bedingt leicht auf 3,1 %. Ein Niveau, das deutlich über dem Vorjahreswert (2,7–2,8 %) liegt.

Quelle: SECO-Arbeitsmarktstatistik
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
Im März 2026 waren rund 146’000 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos registriert – ein Plus von 10,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Dabei entwickeln sich die verschiedenen Altersgruppen wie folgt:
-
Jugendarbeitslosigkeit (15–24 Jahre): +8,0 % gegenüber Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote sank im Quartalsverlauf von 3,2 % auf 2,9 %.
-
Ältere Arbeitslose (50–64 Jahre): +10,7 % gegenüber Vorjahr. Diese Gruppe ist weiterhin überdurchschnittlich lange auf Stellensuche.
Regional bleibt das bekannte Gefälle bestehen: Die Westschweiz und das Tessin verzeichnen mit 4,2 % im März 2026 weiterhin deutlich höhere Quoten als die Deutschschweiz (2,7 %).
Offene Stellen: Stabilisierung auf moderatem Niveau
Ein bemerkenswertes Signal kommt von den offenen Stellen. Nach dem Rückgang der Vakanzen im Jahr 2025 zeichnet sich im 1. Quartal 2026 eine leichte Erholung ab. Im März 2026 waren 48’843 offene Stellen bei den RAV gemeldet – 14,8 % mehr als im Vorjahresmonat. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit weiterhin gezielt rekrutieren – wenn auch selektiver und mit klareren Anforderungen als in den Boomjahren nach Corona.
Was wir im 1. Quartal 2026 auf unseren Plattformen beobachtet haben
Die Aktivitäten auf unseren Plattformen bestätigen das Bild eines Arbeitsmarkts, der sich weiter anpasst – ohne einzubrechen.
Im Vergleich zum 1. Quartal 2025 zeigt sich ein Rückgang der Stelleninserate um 11.5%, was auf die weiterhin vorsichtige Einstellungspolitik vieler Unternehmen hinweist. Auf Seiten der Kandidat:innen bleibt das Engagement unverändert hoch: Die Job Views pro Inserat verzeichnen ein Plus von 14%, während die Bewerbungen (Bewerbung gestartet) pro Inserat um 25% zugelegt haben. Der bereits im Jahr 2025 erkennbare Trend verstärkt sich damit weiter – auf jede ausgeschriebene Stelle entfallen mehr Aufmerksamkeit und mehr Bewerbungen.
Zusammengefasst: Der Wettbewerb um jede Vakanz bleibt hoch, und Arbeitgeber profitieren von einem grösseren, aktiveren Kandidat:innenpool. Gleichzeitig stehen Stellensuchende vor einem Markt, der zwar stabil, aber selektiver geworden ist.
Der Blick auf das restliche Jahr 2026
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deuten darauf hin, dass der Arbeitsmarkt 2026 weiter unter Anpassungsdruck bleibt. Die Expertengruppe des Bundes erwartet, dass die Arbeitslosenquote im Jahresverlauf ihren Höhepunkt erreicht und sich erst 2027 schrittweise entspannt. Zentrale Risikofaktoren bleiben der starke Franken, die handelspolitische Unsicherheit (insbesondere rund um die US-Importzölle), die schwächelnde internationale Nachfrage sowie die Folgen des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten auf Energiepreise und Inflation.
Für Arbeitgeber bedeutet das: Rekrutierungsentscheidungen werden weiter mit Bedacht getroffen, gleichzeitig profitieren sie aber von einem grösseren und aktiveren Kandidat:innenpool als in den glänzenden Post-Corona-Jahren. Für Stellensuchende gilt, was sich bereits 2025 abgezeichnet hatte: Wer flexibel, gut qualifiziert und offen für verschiedene Branchen ist, findet hat nach wie vor Chancen – wenngleich der Weg zur neuen Stelle im Durchschnitt länger dauert.
Während sich der Schweizer Arbeitsmarkt weiter wandelt, bleibt unser Auftrag der gleiche: Wir sorgen für Reichweite, Transparenz und Marktverständnis, damit Unternehmen und Talente auch in unsicheren Zeiten zueinanderfinden.
Quellen: Internal JobCloud data · SECO – Die Lage auf dem Arbeitsmarkt, Januar/Februar/März 2026 · SECO – Konjunkturprognose März 2026: Unterdurchschnittliches Wachstum im Jahr 2026





