KI im Recruiting sorgt für viel Diskussion und ja, auch für Unsicherheiten. Die Technologie entwickelt sich rasant, und viele Unternehmen experimentieren bereits mit ersten Anwendungen. Doch nicht bei jedem Anwendungsfall ist KI die richtige Antwort. Ein KI-gesteuerter Chatbot auf einer Karriereseite mit durchschnittlich drei Vakanzen pro Jahr ist beispielsweise eher am Ziel vorbei entwickelt.
Deshalb muss sich jedes Unternehmen zuerst fragen, wo KI im Rekrutierungsprozess tatsächlich sinnvoll ist.
Webinar-Aufzeichnung "AI im Recruiting"
Lohnt sich KI auch für KMU?
KI im Recruiting wird oft zuerst mit grossen Konzernen in Verbindung gebracht. Diese verfügen in der Regel über mehr Ressourcen für grössere Projekte – und bei einer hohen Anzahl Vakanzen lohnt sich der Aufwand auch schneller, weil Skaleneffekte stärker zum Tragen kommen. Ein wichtiger Faktor ist dabei tatsächlich die Anzahl der Einstellungen pro Jahr: Je höher das Recruiting-Volumen, desto grösser können Effizienzgewinne ins Gewicht fallen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass kleinere und mittlere Unternehmen ausgeschlossen sind. Gerade generative KI eröffnet auch für KMU neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter zu gestalten.
Als generative KI bezeichnet man Systeme, die neue Inhalte erstellen können – zum Beispiel Texte, Bilder, Audio oder Videos. Im Recruiting kann sie etwa beim Schreiben von Stellenanzeigen, bei Kommunikationsvorlagen oder bei der Aufbereitung von Informationen unterstützen.
Und genau hier liegt der grosse Vorteil für KMU: HR-Verantwortliche tragen oft mehrere Rollen gleichzeitig. Generative KI kann sie bei vielen zeitintensiven Aufgaben unterstützen und so Freiräume schaffen – ohne dass dafür grosse Technologieprojekte nötig sind.
Recruiting mit KI entlang des Funnels denken
Unabhängig von der Unternehmensgrösse lohnt sich ein Blick auf den Recruiting-Funnel. Dabei wird der Rekrutierungsprozess als Trichter dargestellt: Viele potenzielle Kandidat:innen treten am Anfang ein, im Verlauf des Auswahlprozesses werden es immer weniger, bis am Ende eine Person eingestellt wird.
Der Funnel hilft dabei, den Prozess systematisch zu betrachten und Fragen zu stellen wie:
Wo entstehen heute Zeitverluste? Wo gibt es unnötige manuelle Aufgaben?
Aufmerksamkeit schaffen: Stellenanzeigen und Kampagnen
Im ersten Schritt geht es darum, passende Kandidat:innen überhaupt zu erreichen.
Hier wird KI bereits häufig eingesetzt. Vor allem bei der Erstellung und Optimierung von Stelleninseraten. KI kann beispielsweise:
- Entwürfe für Stelleninserate generieren
- Texte sprachlich optimieren
- Varianten für unterschiedliche Zielgruppen erstellen
- Ideen für Kampagnen liefern
Der grosse Vorteil: Recruiter starten nicht mehr mit einer leeren Seite, sondern mit einem strukturierten Entwurf.
Informationen bereitstellen: bessere Candidate Experience
Viele Bewerbende stellen im Recruiting-Prozess immer wieder ähnliche Fragen – zum Ablauf, zum Team, zum Starttermin oder zu Arbeitsmodellen. In dieser Phase des Funnels braucht es allerdings eine gewisse Menge an Bewerbungen, damit sich eine Automatisierung wirklich lohnt.
KI kann hier unterstützen, zum Beispiel durch:
- Chatbots, die häufige Fragen beantworten
- automatisierte Informationen zum Bewerbungsprozess
- dynamische Inhalte auf Karriereseiten
Das Ziel ist nicht, den menschlichen Kontakt zu ersetzen, sondern Standardfragen effizient zu beantworten und schneller reagieren zu können.
Interviews und Entscheidungsphase
Auch in späteren Phasen des Recruiting-Prozesses kann KI administrative Aufgaben erleichtern, zum Beispiel bei:
- der Strukturierung von Interviewnotizen
- der Erstellung von Interviewleitfäden
- der Vorbereitung von Vertragsentwürfen
- der Unterstützung im Onboarding
Gerade bei diesen administrativen Tätigkeiten liegt ein grosses Effizienzpotenzial. Diese Anwendungen lassen sich in vielen Unternehmen relativ einfach umsetzen.
Was Unternehmen dadurch gewinnen können
Der grösste Nutzen von KI im Recruiting liegt meist nicht in spektakulären Innovationen, sondern in vielen kleinen Verbesserungen im Prozess.
Typische Vorteile sind:
- weniger administrative Arbeit
- schnellere Prozesse
- mehr Zeit für Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten
- eine bessere Candidate Experience
Wenn Recruiter weniger Zeit mit Terminabstimmungen oder manueller Datenerfassung verbringen, bleibt mehr Raum für das, was Recruiting eigentlich ausmacht: Menschen kennenlernen und gute Entscheidungen treffen.
*Das oben verwendete Bild hat unsere Designerin mithilfe eines AI-Tools erstellt. 🧑🎨 🤖
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