Die interne Kommunikation ist heute mehr denn je ein Schlüsselfaktor für Mitarbeitendenzufriedenheit, Engagement und Bindung. Mit dem Aufstieg hybrider Arbeitsmodelle und einer zunehmend multigenerationellen Belegschaft rücken Themen wie Transparenz, Zusammenarbeit und Echtzeit-Feedback in den Fokus. Insbesondere jüngere Generationen wie Millennials und Gen Z zeigen deutlich neue Erwartungen an den Austausch und die Interaktion im Unternehmen.
In diesem Interview sprechen wir mit Janis Grunder und Leandro Bedoni von StaffApp, Experten für HR-Technologien und Kommunikationslösungen. Wir werfen einen Blick auf die sich wandelnden Ansprüche an die interne Kommunikation und diskutieren, wie Unternehmen den Sprung zu einem modernen Kommunikationsstandard schaffen können.
Wie unterscheiden sich Ihrer Meinung nach die Erwartungen jüngerer Generationen (z. B. Millennials und Gen Z) im Vergleich zu vorherigen Generationen bezüglich interner Kommunikation?
Wir erleben, dass jüngere Generationen deutlich mehr Transparenz, Schnelligkeit und Beteiligung erwarten. Informationen sollen nicht nur top-down, sondern auch dialogorientiert und zeitnah vermittelt werden. Da Millennials und Gen Z in einer digitalen Welt aufgewachsen sind, in der Kommunikation permanent stattfindet, erwarten sie auch im Arbeitskontext leicht zugängliche, klare und interaktive Informationen. Gleichzeitig legen sie grossen Wert auf Sinnhaftigkeit und Authentizität. Es geht ihnen nicht nur darum, informiert zu werden, sondern vielmehr darum, Teil eines offenen Austauschs zu sein, der zeigt: Deine Meinung zählt!
Welche Rolle spielt Transparenz in der modernen internen Kommunikation, und wie schaffen es Unternehmen, diese Erwartung zu erfüllen?
Transparenz ist heute einer der wichtigsten Vertrauensfaktoren zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen. Gerade in Zeiten hybrider Arbeitsmodelle erwarten Teams, dass Entscheidungen nachvollziehbar und Kommunikationskanäle konsistent genutzt werden. Transparenz bedeutet dabei nicht, alle Informationen offenzulegen, sondern relevante Themen offen und zeitgerecht zu teilen – insbesondere, wenn sie die Mitarbeitenden direkt betreffen. Unternehmen schaffen das, indem sie zielgruppengerechte Kommunikationskanäle etablieren und auch den Mut haben, offen über Unsicherheiten oder Veränderungen zu sprechen. Diese Ehrlichkeit wird heute mehr geschätzt als “perfekte” Botschaften.
Was bedeutet „Dialogkultur“ im Kontext von HR und interner Kommunikation?
Eine echte Dialogkultur bedeutet, dass Kommunikation nicht als Einbahnstrasse verstanden wird. Es geht darum, Plattformen für Austausch zu schaffen – sowohl digital als auch persönlich. In vielen Organisationen sehen wir einen Wandel: Kommunikation wird zunehmend als Beziehungsarbeit verstanden. Die Personalabteilung spielt dabei eine zentrale Rolle, weil sie die Brücke zwischen Führung, Mitarbeitenden und Unternehmenskultur legt. Eine gelebte Dialogkultur zeigt sich dann, wenn sich Mitarbeitende trauen, Feedback zu geben, Fragen zu stellen oder Verbesserungsvorschläge einzubringen, ohne Angst vor Konsequenzen zu haben.
Zwischen Mitarbeitenden im Büro und denjenigen ohne festen PC-Arbeitsplatz entsteht oft ein Kommunikationsgefälle. Wie können Unternehmen diese Lücke schliessen?
Der Schlüssel liegt in der Zugänglichkeit von Informationen und der barrierefreien Einbindung aller Mitarbeitenden. Das heisst, Unternehmen müssen sicherstellen, dass Informationen nicht an physische Präsenz gebunden sind. Alle relevanten Inhalte sollten zentral zugänglich und gleichzeitig verfügbar sein – unabhängig davon, ob jemand im Büro oder unterwegs arbeitet. Zudem helfen bewusste Kommunikationsrituale, wie hybride Team-Meetings mit klaren Moderationsregeln oder digitale Pinnwände, alle einzubeziehen. Letztendlich ist es eine Führungsaufgabe: Wer hybride Teams führt, muss Kommunikation aktiv gestalten und darf sie nicht dem Zufall überlassen.
Was sind Ihrer Ansicht nach die wichtigsten „Dos and Don’ts“ der internen Kommunikation in hybrid aufgebauten Teams?
Dos:
- Kommunikation proaktiv gestalten, nicht nur reagieren.
- Informationen für alle zugänglich machen, unabhängig von Ort, Gerät und Sprache
- Dialog zulassen, Feedback aktiv einholen und vermitteln, dass es wichtig ist.
- Klare Verantwortlichkeiten festlegen – wer informiert wen, wann und wie.
Don’ts:
- Kritische Themen ausschliesslich in Meetings vor Ort besprechen.
- Zu viel über E-Mail abwickeln – das führt schnell zu Informationsverlust.
- Anzunehmen, dass alle über denselben Wissensstand verfügen.
Kurz gesagt: Gute interne Kommunikation ist kein Zufallsprodukt, sondern Teil der Unternehmenskultur und Führung. Gleiche Informationen, gleiche Chancen – unabhängig von Ort, Rolle oder Sprache.
Wie können HR-Leitende dafür sorgen, dass alle Mitarbeitenden – egal ob remote oder vor Ort – einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen haben?
Die Personalabteilung kann hier als Treiber für Fairness und Gleichbehandlung wirken. Das beginnt mit einer klaren Kommunikationsstrategie: Welche Informationen müssen für alle zugänglich sein, und über welche Kanäle werden sie verbreitet? Zudem braucht es Technologien und Strukturen, die keine Gruppen ausschliessen – etwa, indem Informationen nicht nur im Intranet verfügbar sind, sondern auch mobil abrufbar sind. Wichtig: der Zugang muss “einfach” sein. Wichtig ist aber auch das Bewusstsein: Gleichberechtigter Zugang zu Informationen bedeutet gleiche Chancen zur Teilhabe, und das muss aktiv gelebt werden – von der Führung bis zum HR-Team.
Wie unterstützt StaffApp Unternehmen dabei, die Kommunikationsbedürfnisse ihrer Mitarbeitenden zu erfüllen?
Wir begleiten viele Unternehmen dabei, ihre Kommunikation einfach, zugänglich und zielgerichtet zu gestalten. Dabei steht weniger die Technik an sich im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Technologie den Austausch erleichtern kann. Unsere Erfahrung zeigt: Wenn Kommunikation dort stattfindet, wo Mitarbeitende ohnehin sind – auf dem Smartphone, in kurzen Formaten und in ihrer Sprache – steigt die Beteiligung deutlich. Wir machen die Arbeitswelt menschlicher und produktiver, indem wir eine einfache, sichere und für alle zugängliche Brücke für die interne Kommunikation und Informationsvermittlung schaffen.
Welche spezifischen Funktionen von StaffApp verbessern die Kommunikation und das Engagement in hybriden und generationenübergreifenden Teams?
Die Möglichkeit, Informationen gezielt nach Zielgruppen zu teilen und somit nur für relevante Teams oder Standorte sichtbar zu machen, wird besonders geschätzt. Zudem fördern interaktive Elemente wie Umfragen oder Lesebestätigungen die Feedback-Kultur und machen die Kommunikation messbar. Für hybride Teams ist es entscheidend, dass alle Kanäle – Chat, News, Dokumente und Events – mobil und zentral an einem Ort zugänglich sind.
Was raten Sie HR-Personen, die erst damit beginnen, ihre internen Kommunikationsprozesse zu modernisieren?
Unser wichtigster Rat lautet: Klein anfangen, aber konsequent bleiben. Besser schnell und kontinuierlich verbessern, als gleich mit einem „Big Bang“ zu starten. Oft scheitern Initiativen, weil sie zu gross gedacht und zu technisch angegangen werden. Der erste Schritt sollte sein, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu verstehen – also zu fragen, was sie wirklich brauchen, um informiert und eingebunden zu bleiben. Darauf aufbauend kann man Kommunikationskanäle strukturieren und Tools einführen, die einen echten Mehrwert bieten. Und vor allem: Kommunikation ist keine HR-Aufgabe allein – sie ist Teil der gesamten Unternehmenskultur. Eine moderne Kommunikationsstrategie funktioniert nur dann, wenn sie von einer Kultur getragen wird, die Offenheit, Vertrauen und Teilhabe wirklich lebt
Janis Grunder (links im Bild) ist seit November 2025 Geschäftsführer von StaffApp. Sein Ziel ist es, StaffApp zur führenden App im Bereich der internen Unternehmenskommunikation zu entwickeln. Er ist überzeugt: „Gute Kommunikation ist der Schlüssel zu motivierten Teams und nachhaltigem Erfolg – und genau daran arbeiten wir mit Leidenschaft.
Leandro Bedoni (rechts im Bild) ist seit 2020 Teil von StaffApp. Er startete als Junior Account Manager und leitet heute den Vertrieb, mit Verantwortung für Kundensupport. Besonders wichtig sind ihm langfristige Kundenbeziehungen, Transparenz und eine verlässliche interne Kommunikation – sowohl im eigenen Team als auch bei den Unternehmen, die mit StaffApp arbeiten





